Referendum statt Revolution

Warum ein helvetischer Trump undenkbar ist, weil Schweizerinnen und Schweizer nicht bei Wahlen, sondern bei Abstimmungen protestieren, beschreibt Fabian Schäfer in der Berner Zeitung:

Die sich jagenden Urnengänge sowie die Möglichkeit, mit Initiativen und Referenden jederzeit selber ins Geschehen einzugreifen, sind ein hervor­ragendes Ventil für politischen Überdruck aller Art. Das verhindert, dass der Druck immer weiter wächst, bis es knallt. Referendum statt Revolution.
Kommt dazu, dass die Stimmberechtigen an der Urne ihren Ärger einigermassen differenziert ausdrücken können, sodass die Politik erfährt, wo denn der Schuh drückt. Das verhindert in der Regel, dass die Politiker ab­heben. Tun sie es dennoch, kann das Volk sie grounden, ohne dass es gleich zum Absturz kommt.

Zwar kann sich die Mehrheit auch mal irren. Aber ­lieber einmal falsch abstimmen als einmal einen Präsidenten wählen, der dann vielleicht vier Jahre lang dauernd das ­Falsche tut.

Quelle: http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/direkte-demokratie-als-ideale-trumppraevention/story/10521896

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