eVoting per App

Möglichkeiten, mit eVoting per App die Demokratie zu verbessern, beschreibt Roger Wattenhofer in einem Beitrag für die Aargauer Zeitung.

Bietet eine App einen Mehrwert gegenüber Papier? Eine Innovation ist vor allem dann interessant, wenn sich neue Möglichkeiten auftun. Kann eine App die Demokratie tatsächlich verbessern? (…)
Einige Aspekte sind da schon anerkannt, zum Beispiel, dass wir ungültige Stimmen einfach vermeiden können. Unleserliche Handschriften sind kein Problem mehr, und die App kann uns sofort Feedback geben, wenn etwas nicht richtig ausgefüllt wird. (…)
Aber eine App würde noch viel mehr erlauben: Fragen müssten nicht mehr nur mit «Ja» oder «Nein» beantwortet werden, sondern liessen Nuancen zu. Zum Beispiel könnte man fragen, wie viel denn ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk pro Jahr kosten darf. Man sammelt alle Zahlen und legt den Betrag auf den Median der Antworten fest. Damit möchte genau die Hälfte der Bevölkerung lieber weniger, und die andere Hälfte lieber mehr ausgeben. Mehr Basisdemokratie geht nicht!
Oder alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger könnten zum Ausdruck bringen und auch priorisieren, welche der vorgeschlagenen Lösungen ihnen am liebsten sind, zum Beispiel: Lösung A ist der Favorit, am zweitliebsten B, aber auf keinen Fall C oder D. Dank der Digitalisierung wären solche komplexeren, aber auch differenzierteren Abstimmungen einfach möglich.
Und noch weitere Neuerungen wären in einer digitalisierten Demokratie denkbar: Elektronische Abstimmungen sind sehr billig. Dadurch hätten wir die Möglichkeit, über mehr Sachfragen abstimmen zu lassen. Und was, wenn jemand keine Lust hat abzustimmen? Warum nicht einfach die Stimme einer Person oder Organisation übertragen, der man vertraut? Oder je nach Thema verschiedenen Personen beziehungsweise Organisationen?

Quelle: https://www.aargauerzeitung.ch/kommentare-aaz/demokratie-3-0-132530938

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