Digitale Bürgerbeteiligung

Eine E-Partizipationsplattform, die individuell und flexibel die Definition von Bürgerbeteiligungsverfahren ermöglicht, Niederschwelligkeit besonders gering ansetzt und Sicherheits- und Datenschutzaspekte beachtet, haben Maria Leitner und Michael Sachs entwickelt.

E-Partizipation wird die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger mittels Informations-und Kommunikationstechnologien (IKT) genannt. Mit E-Partizipation können unter anderem die Organisation von Verwaltungsabläufen bei Bürgerbeteiligungsprozessen optimiert, E-Services für Bürgerinnen und Bürger verbessert und insgesamt die wechselseitige Interaktion auf eine neue Qualitätsstufe gehoben werden. In diesem Artikel werden Ergebnisse aus dem KIRAS-Projekt „ePartizipation – Authentifizierung bei demokratischer Online-Beteiligung“ vorgestellt. Ziel des Projektes „ePartizipation“ ist es ein E-Partizipations-Ökosystem zu ermöglichen, das technische, rechtliche und sozialwis­senschaftliche Rahmenbedingungen und Faktoren mit einbezieht. Projektergebnisse sind unter anderem ein Modell zu Empfehlungen zur Authentifizierung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei Bürgerbeteiligungsverfahren, eine sichere und skalierbare Architektur und ein Prototyp, der diese Architektur flexibel und benutzerfreundlich umsetzt. Der Prototyp unterstützt die Nutzung verschiedenster digitaler Identitäten in Bürgerbeteiligungen und stärkt damit bereits existierende elektronische Identitäten. Im gesamten Projektverlauf wurden die Aspekte Sicherheit, Datenschutz und Privatsphäre von Beginn an sowohl im Design als auch in der Entwicklung beachtet, um eine möglichst sichere und flexible Lösung für Organisatorinnen und Organisatoren zu erstellen.
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E-Partizipation kann viele Chancen bieten Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungsprozessen einzubinden. Derzeitige Entwicklungen sollten jedoch auch verstärkt auf Inklusion und die Einbindung verschiedenster Personengruppen setzen. Im Projekt „ePartizipation“ wurde insbesondere darauf geachtet, die Niederschwelligkeit besonders gering anzusetzen, um die Erstnutzung so einfach wie möglich zu gestalten. Es wurde eine E-Partizipationsplattform entwickelt, die von Beginn an Sicherheits- und Datenschutzaspekte beachtet hat. Die Einbindung von diesen Aspekten kann das Vertrauen zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und dem Organisator fördern und langfristig stärken. Die E-Partizipationsplattform ermöglicht die Definition von Bürgerbeteiligungsverfahren, die individuell und flexibel gestaltbar sind. Das ermöglicht eine Vielfalt von Handlungsspielräumen für Organisatoren und unterstützt viele Bürgerbeteiligungsszenarien.

Download hier: https://www.bmi.gv.at/104/Wissenschaft_und_Forschung/SIAK-Journal/SIAK-Journal-Ausgaben/Jahrgang_2017/files/Leitner_1_2017.pdf

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