Stakeholder Management bei grossen Verkehrsinfrastrukturprojekten

Konzepte und Modelle für den Umgang mit sozio-politischen Stakeholdern bei großen Verkehrsinfrastrukturprojekten entwickelte Frank Wadenpohl in seiner Dissertation aus dem Jahr 2010.

In Europa befinden sich derzeit zahlreiche Verkehrsinfrastrukturprojekte, wie Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecken, Eisenbahn-Güterverkehrsstrecken und Autobahnen, in Planung oder Ausführung, um den steigenden Anforderungen an die überregionale und internationale Mobilität sowie der globalen Logistik Rechnung zu tragen. Die gesellschaftliche, politische und volkswirtschaftliche Bedeutung sowie die Komplexität dieser Vorhaben stellen eine grosse Herausforderung dar für die beteiligten Organisationen und das Projektmanagement.
Bauprojekte sehen sich immer häufiger mit Erwartungen und Forderungen von Akteuren ausserhalb der direkt beteiligten Organisationen konfrontiert. In besonderem Masse gilt dies für grosse Verkehrsinfrastrukturprojekte, welche durch ihre finanzielle Bedeutung und ihre Raumwirkung stets im Zentrum öffentlichen Interesses stehen. Die räumliche Ausdehnung solcher Projekte trägt darüber hinaus dazu bei, dass die Anzahl der Anspruchsteller im Vergleich zu kleineren Bauprojekten hoch ist.
Frühere Studien führten als Grundlage für diese Arbeit zu der Annahme, dass vor allem Stakeholder aus dem sozio-politischen Umfeld einen signifikanten Einfluss auf die Projektziele haben und dass deren Einfluss bislang häufig unterschätzt wurde. Basierend auf der Analyse von 15 Fallstudien zeigt die vorliegende Arbeit den Einfluss dieser Stakeholder auf.
Als Produkt der Forschungsarbeit wurden mehrere sich ergänzende Konzepte und Modelle für den Umgang mit sozio-politischen Stakeholdern bei grossen Verkehrsinfrastrukturprojekten entwickelt. Als Grundlage dient hierfür ein generalisiertes Phasenmodell für die Planung von grossen Verkehrsinfrastrukturprojekten. Hierauf aufbauend wird in einem ersten Schritt ein Konzept entwickelt, welches der Identifizierung von Stakeholdern bei grossen Verkehrsinfrastrukturprojekten dient. Dieses orientiert sich an den Issues, welche bei der Planung und Durchführung solcher Projekte vorgebracht werden. Im zweiten Schritt wird ein Modell für die Stakeholderanalyse bei grossen Verkehrsinfrastrukturprojekten entworfen. Aufbauend auf bestehenden Theorien aus dem Stakeholder Management und dem Issue Management werden hier die “Stakeholder-Issue- Map” und die “Interest / Impact Matrix” als Hilfsmittel für die Bewertung von Ansprüchen entwickelt. Der dritte Schritt stellt den umfangreichsten Teil der Modellbildung dar. Er dient der Entwicklung eines Modells für die partizipative Planung bei grossen Verkehrsinfrastrukturprojekten, welches sich an dem oben erwähnten generalisierten Phasenmodell für die Planung von grossen Verkehrsinfrastrukturprojekten orientiert.

Mehr dazu hier: https://doi.org/10.3929/ethz-a-006036064

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