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Bürgerbudget für Jugendliche

In Boston (USA) dürfen Jugendliche zwischen 12 und 22 Jahren seit 2014 über eine Million Dollar für Infrastruktur- und Technologieprojekte entscheiden.

Erst werden im Herbst drei Monate lang mit Crowdsourcing Ideen eingesammelt; im vergangenen Jahr waren es 700 Vorschläge, 5000 Kinder haben mitgemacht. Jetzt im Februar arbeitet ein Komitee aus jugendlichen »Change Agents« daran, aus den Ideen fünf realistische Vorschläge zu formen. »Wir suchen nach gemeinsamen Nennern, recherchieren, was es in der Stadt sonst schon gibt oder ob etwas ähnliches geplant ist, und eruieren den Bedarf«, sagt Ruth Georges, die das Projekt seit eineinhalb Jahren leitet. Fünf Entwürfe werden im Mai öffentlich zur Wahl gestellt, aber darüber entscheiden dürfen nur Bostoner im Alter von zwölf bis 22 Jahren. (…) Dabei haben sich die jungen Menschen bislang unter anderem für behindertengerechte Spielplätze eingesetzt, für eine Graffitiwand, kostenloses Wifi, neue Gehwege im Park, Jobberatung für Jugendliche, mehr Recycling-Container in der ganzen Stadt und vor allem für Maßnahmen gegen den Klimawandel. (…) Außer der Million kostet das Projekt die Stadt drei Teilzeitstellen plus Georges Managerposition; insgesamt beziffert die Stadt die Lohnkosten auf etwa 100.000 Dollar. Doch weil das das Programm so erfolgreich ist, wollen es andere Städte wie Seattle und Chicago jetzt nachmachen. (…) Ruth Georges ist besonders stolz darauf, dass ihre »Youth Lead the Change«-Initiative auch bei den echten Wahlen Früchte zeigt. »Wir haben über die letzten Jahre eine Studie durchgeführt und sehen eindeutig, dass die Schüler, die bei uns wählen, dann auch überdurchschnittlich oft bei den richtigen Wahlen wählen.«

Quelle und mehr dazu: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/die-demokratie-der-zukunft-86827

Mehr zu dem Projekt auf der englischsprachigen Website https://www.boston.gov/departments/youth-engagement-and-employment/youth-lead-change