Ein neues Rollenverständnis von Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft

Für ein neues Rollenverständnis von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft plädiert Leo Penta, Professor an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und Direktor des Deutschen Instituts für Community Organizing, in einem Artikel für die Berliner Morgenpost.

Die Politik müsse davon Abstand nehmen, den absoluten Gestaltungsanspruch zu haben. Auch nach der Wahl müssten Politiker offen sein und anerkennen, dass die Zivilgesellschaft ein tatkräftiger Partner sein kann.
Die Verwaltung dürfe sich nicht als Gegner sowohl der Menschen in der Stadt als auch der Politiker verstehen. Dazu bedürfe es einer Verjüngung, mehr Transparenz und einer lösungsorientierte Haltung.
Die Zivilgesellschaft schließlich dürfe sich nicht darauf zurückziehen, sich allein aus Protest heraus gegen die Politik zu äußern. Sie müsse vielmehr bereit sein, ein Stück Verantwortung zu übernehmen. Dabei müsse sie sich gerade gegenüber den Gruppen öffnen und ihnen Raum geben, die nicht die Klaviatur des Politischen beherrschen. Sie solle deshalb nicht nur darauf warten, wer zu ihr kommt, sondern auf die schwer erreichbaren Leute zugehen. Auch dürfe die Zivilgesellschaft nicht nur themengetrieben agieren, sondern müsse über einen längeren Zeitraum hinweg ein erkennbares Gegenüber sein.
Gäbe es bei allen Beteiligten eine größere Bereitschaft zur Verhandlung von Anfang an, dann würden Volksentscheide seltener aber effektiver stattfinden, weil es um grundsätzliche Dinge ginge.

Quelle: http://www.morgenpost.de/berlin/article208470945/Die-Berliner-Senatoren-sind-keine-Superhelden.html

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