Forschung/Evaluation

Vertrauen in Demokratie sinkt

Weniger als die Hälfte der Menschen in Deutschland ist zufrieden damit, wie die Demokratie in unserem Land funktioniert. Das ist das Ergebnis einer Studie von Frank Decker, Volker Best, Sandra Fischer und Anne Küppers im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die Studie zeigt dabei, dass ein deutlicher Zusammenhang besteht zwischen dem sinkenden Vertrauen der Bürger_innen und der wachsenden sozialen Ungleichheit. Denn die Wahrnehmung, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung nicht von der guten wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre profitiert hat, ist weit verbreitet. „Egoismus zählt heute mehr, als Solidarität“, so die fast einhellige Meinung der Befragten. Diejenigen, die viel Ungleichheit empfinden, sind auch unzufriedener mit unserer Demokratie. Besonders sozial schlechter Gestellte haben wenig Vertrauen in Staat und Politik. Die Bürger_innen machen in der Befragung deutlich: Sie wollen einen aktiven Sozialstaat, der Ungleichheit abbaut und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Und sie wünschen sich mehr Möglichkeiten, die Politik selbst mit zu gestalten.

Die Kritik am politischen System geht einher mit dem Wunsch nach mehr Beteiligung, wie sie in den Zustimmungswerten für direktdemokratische Verfahren, aber auch für deliberative, geloste Beteiligungsformate zum Ausdruck kommt. Die weiblichen Befragten sind durchgehend reform-affiner als die männlichen.

Download der Studie hier: http://library.fes.de/pdf-files/fes/15621-20190822.pdf