XR-Technologien als Chance für Bürgerbeteiligungsprozesse in der Stadtentwicklung?

Der Einsatz von Technologien, die eine erweiterte, virtuelle Realität digital entstehen lassen, bietet zahlreiche neue Möglichkeiten für Bürgerbeteiligung in partizipativen Stadtplanungsprozessen. Sowohl die Potenziale als auch die Herausforderungen für Kommunen, Dienstleister und Bürger*innen untersuchen Heidi Sinning, Svenja Rogoll, Anja Wolter und Juliane Henn.

3D-Visualisierungen und weitere digitale Inhalte als Erweiterung der Realität finden mit Extended Reality-Technologien (XR) in der kommunalen Planung und Kommunikation zunehmend Anwendung. Insbesondere die Möglichkeiten, komplexe und räumliche Informationen an Bürger*innen anschaulich zu kommunizieren, machen XR-gestützte Partizipation zu einer interessanten, ergänzenden Methode für öffentliche Beteiligungsprozesse.

XR ist ein Oberbegriff verschiedener Formen der erweiterten Realität. Mit Augmented Reality (AR) werden virtuelle Objekte via Smartphone oder Tablet in die reale Umgebung projiziert, während in der Virtual Reality (VR) das virtuelle Abbild als 360°-Umgebung sichtbar gemacht wird.

In diesem Kontext lässt sich auch der Begriff des Metaverse einordnen – eine virtuelle, vernetzte 3D-Welt mit frei gestaltbaren Räumen, die über Avatare (virtuelle Abbilder), die sich darin bewegen, zugänglich sind.

In der jüngsten Vergangenheit gab es eine Reihe von Forschungsprojekten zum Thema Bürgerbeteiligung mit XR-Technologien, wie beispielsweise GLARA, VIRTUS, INSPIRER, Take Part und XR-Part. In diesen Projekten wurden AR-Anwendungen für Smartphone oder Tablet sowie immersive Visualisierungen mit VR-Brillen erprobt und analysiert. Eine Herausforderung von XR-gestützter Bürgerbeteiligung ist die derzeit noch fehlende Standardisierung XR-gestützter Anwendungen. Praxisbeispiele mit XR-Technologien sind bisher vor allem im Kontext von Forschungsprojekten, jedoch kaum in kommunalen Beteiligungsprozessen vorzufinden.

Fortsetzung: https://bipar.de/wp-content/uploads/2025/05/ePaper_Sinning_et_al.pdf