Die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Beteiligungsinstrumente für die Beteiligung der Öffentlichkeit im Standortauswahlverfahren hat das Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie untersucht.
Das Forschungsprojekt DigiBeSt (2022–2023) untersuchte im Auftrag des BASE, wie digitale Beteiligungsformate im Standortauswahlverfahren für ein Atommüll-Endlager gestaltet werden müssen, um insbesondere junge Menschen unter 30 besser zu erreichen. Das Projekt arbeitete sich in drei Stufen vor: von einem systematischen Literaturreview über Fokusgruppen mit U30 und Praxisexpert:innen bis hin zu einem transdisziplinären Workshop.
Zentrales Ergebnis ist, dass politische Beteiligung stark von individuellen Faktoren wie Bildung, Motivation und digitalen Kompetenzen abhängt, die von außen nur begrenzt beeinflussbar sind. Eine Musterlösung für die Ansprache junger Zielgruppen gibt es nicht, da sich die Bedarfe je nach Alter und Bildungsgrad erheblich unterscheiden. Übergreifend wirksam sind jedoch persönliche Ansprache sowie Beteiligungsformate, die echten Gestaltungsspielraum und Lerneffekte bieten. Bei der Entwicklung digitaler Tools empfiehlt sich die frühzeitige Einbeziehung der Zielgruppe selbst.
Das Projekt zeigt zugleich eine grundlegende Forschungslücke auf: Gesichertes empirisches Wissen darüber, welche konkreten Gestaltungsmerkmale von Beteiligungsverfahren tatsächlich wirken, fehlt weitgehend – hier bleibt weiterer Forschungsbedarf.
Download: https://www.base.bund.de/de/forschung/themenfelder/beteiligung/_documents/DigiBeSt.html?nn=333518