Baden-Württemberg

Bürgerproteste gegen Infrastrukturprojekt vor 100 Jahren: Die Laufenburger Stromschnellen

Dass gesellschaftliche Konflikte um technisch-industrielle Großprojekte kein Spezifikum unseres modernen Umweltzeitalters sind, sondern bereits in der Kaiserzeit vorzufinden waren, beweist der kontroverse Bau des Wasserkraftwerks Laufenburg am Oberrhein, das zwischen 1891 und 1914 realisiert wurde.

Die im Volksmund bezeichneten „Laufen“ waren gewaltige Stromschnellen, die sich zwischen dem Austritt des Rheins aus dem Bodensee und der oberrheinischen Tiefebene unterhalb Basels ausgebildet hatten. Über Jahrhunderte hinweg bildeten die Laufenburger Stromschnellen die wirtschaftliche Grundlage der örtlichen Bevölkerung: So war neben der Schifffahrt und Flößerei der Fischfang, insbesondere der Lachsfang, die zentrale Einnahmequelle der Stadt.
Als das Rheingefälle gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Wasserkraftwerk genutzt werden sollte, wurde dieser Ort zum Konfliktherd zweier Parteien, denen ein konträres Naturverständnis zueigen war. Während Ingenieure und Industrielle in Laufenburg ein wirtschaftlich zu nutzendes Potential der Natur sahen, kritisierten die zumeist bildungsbürgerlichen Heimatschützer die industrielle Ausbeutung der Natur und traten zugleich für den Erhalt einer ästhetischen „vaterländischen Heimat“ ein. Am Ende verloren die Heimatschützer ihren Kampf für den Erhalt der Laufenburger Stromschnellen, als das Bauvorhaben ab 1891 in die Tat umgesetzt wurde.

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