Politik

Mehr Respekt, bitte! Diskussionskultur in der deutschen Kommunalpolitik

Eine Studie über die Diskussionskultur in deutschen Gemeinderäten hat die Körber Stiftung veröffentlicht.

Unsere empirische Untersuchung geht der Frage nach dem Zustand der Diskussionskultur in Stadt- und Gemeinderäten nach. Dafür wurden 30 leitfadengestützte Tiefeninterviews mit Ratsmitgliedern geführt und analysiert. In einem ersten Schritt wurde ausgelotet, was die befragten Ratsmitglieder unter Diskussionskultur verstehen. Dabei wurde deutlich, dass sie, unabhängig von der Gemeindegröße, Parteizugehörigkeit oder dem Geschlecht, ein sehr ähnliches Grundverständnis von Diskussionskultur teilen. Insbesondere die Grenze, ab der das faire Miteinander verlassen wird, ist von den Befragten einheitlich benannt worden. Diskussionen überschreiten dann die rote Linie, wenn Äußerungen ins Persönliche gehen und sich nicht mehr auf die Sachebene beziehen. Darunter fallen etwa das Streuen von Gerüchten, Beleidigungen, Drohungen oder ein aggressiver, angreifender Tonfall. Auch wenn solch massive Grenzüberschreitungen relativ selten vorkommen, zeigt sich in fast allen Räten ein großer Verbesserungsbedarf bezüglich der Diskussionskultur. Unter Beachtung des Verständnisses der Ratsmitglieder lässt sich ein mehrschichtiges Modell der Diskussionskultur aufstellen. Dessen einzelne Dimensionen bedingen sich zum Teil gegenseitig, sollten aber jede für sich beachtet werden, um eine lösungsorientierte und fruchtbare Debatte führen zu können

Download der Studie hier: https://koerber-stiftung.de/projekte/respekt-im-rat/respekt/