Schafft Dialog Akzeptanz?

Wie Bürgerdialog und Beteiligung eine Zeitenwende für die Öffentlichkeitsarbeit einleiten – und wo deren Grenzen liegen beschreibt Anja Schlicht in einem Aufsatz.

Deutschland ist dicht besiedelt. Hier ist eine strikte „Not in my backyard“ – Mentalität fatal für den dringend nötigen Ausbau der Infrastruktur. Denn nahezu jeder Ort in Deutschland ist irgend jemandes Hinterhof. Und so stoßen derzeit fast alle größeren Bauprojekte vor Ort auf Widerstand: ob Gaskraftwerk oder Stromtrasse, Industriebau oder städtische Infrastruktur – selbst Neubauten von Krankenhäusern oder Kindergärten. Da hilft auch ein grundsätzlicher gesellschaftlicher Konsens wenig. Aktuelles Beispiel: Energiewende. Zwar wünscht fast jeder, dass Windstrom aus dem Norden die Kernkraft im Süden Deutschlands ersetzt. Aber auch 76 Prozent der Bundesbürger, so hat eine Umfrage von Allensbach gezeigt, haben Verständnis, wenn Anwohner gegen eine Höchstspannungsleitung protestieren, die Ökostrom transportiert und von der Mehrheit gewünscht wird.
Wie kann Infrastruktur da noch gelingen? Schnell scheint klar: Die Kommunikation soll’s richten. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern schafft Akzeptanz, so die Hoffnung, und Akzeptanz ist der Schlüssel zur Projektumsetzung. Dialog sozusagen als „Allzweckwaffe“, als„rezeptfreies Allheilmittel“. – Aber ist diese Sicht wirklich realistisch? Es lohnt hier ein etwas differenzierterer Blick. Denn es gilt genauer zu verstehen: Wann, wie und unter welchen Umständen kann ein Dialog die Projektakzeptanz fördern?

Mehr dazu hier: https://www.navos.eu/wp-content/uploads/2017/01/navos-meinungsbeitrag-nachbarschaftskommunikation.pdf

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