Grundsatzpapier des BMBF zur Partizipation

Wie das Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Zivilgesellschaft stärker beteiligt, wird einem Grundsatzpapier des Ministeriums beschrieben.

Die Möglichkeiten der Beteiligung sind durch die Digitalisierung erheblich gewachsen. Durch diesen Trend öffnen sich große Chancen für neue Impulse in der Forschungs- und Innovationspolitik. Das BMBF führt die Tradition der Anwendung partizipativer Formate in der Forschungs- und Innovationspolitik in dieser Legislaturperiode fort und baut sie mit neuen Formaten konsequent aus. Denn qualitätsvolle Bürgerbeteiligung kann
– die gesellschaftliche Relevanz der FuI-Politik erhöhen, indem sie von der Zivilgesellschaft formulierte Bedarfe berücksichtigt und ggf. die Zivilgesellschaft bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen einbindet,
– forschungspolitische Entscheidungen nachvollziehbar machen (Transparenz und Legitimität),
– das Wissen der Vielen – das große Potenzial von Bürgerwissen – nutzen (Crowd Sourcing und Citizen Science),
– Vertrauen schaffen und die Aufgeschlossenheit erhöhen, indem Themen frühzeitig aufgegriffen und diskutiert werden,
– Interesse wecken und Neugier für das Neue schaffen.
Denn nur, wenn der technologische und der gesellschaftliche Fortschritt (technology push/social innovation) auch mit den Bedürfnissen der Zivilgesellschaft (demand pull) abgestimmt wird, zeigt sich eine Gesellschaft zukunftsfähig.
(…)
Aktuell werden im BMBF sechs Anwendungsfelder für partizipative Formate und Initiativen identifiziert
A. Partizipation in der Forschungspolitik (Beteiligung an der Ausgestaltung der Forschungspolitik)
1.) Strategischer Austausch über grundsätzliche Fragestellungen
2.) Konsultation über mögliche Schwerpunktsetzungen in der Forschungsförderung (Agenda-Setting)
B. Partizipation in der Forschung (Teilhabe an Forschungsaktivitäten)
3.) Initiierung oder Förderung von partizipativ angelegten Forschungsprojekten mit dem Ziel, Bürgerinnen und Bürger in der Forschung oder Innovationsprozessen zum Mitmachen einzuladen. Zunehmend erfolgt Partizipation auch durch eigene Transferprozesse von interessierten Laien, etwa in der sogenannten Maker-Bewegung. Dabei können besonders originelle und innovative Anwendungen erschlossen werden (z. B. Make-Light-Initiative)
4.) Transfer von Forschungsergebnissen, indem diese im Dialog mit der Gesellschaft erläutert und vermittelt werden mit dem Ziel, Sorgen und Bedenken frühzeitig aufzunehmen und Aufgeschlossenheit für Innovationen zu fördern
C. Rahmenbedingungen der Partizipation
5.) Förderung der Partizipationsforschung und der Entwicklung neuer Partizipationsformate
6.) Setzen von Anreizen in der Wissenschaftslandschaft für mehr partizipative Elemente

Mehr dazu hier: https://www.zukunft-verstehen.de/application/files/8614/7325/3984/BMBF_grundsatzpapier_partizipation_barrierefrei.pdf

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