Empowerment und Bürgerbeteiligung als Mittel gegen soziale Polarisierung

Ansätze und Möglichkeiten alle Bürger, auch die sozial schwachen, stärker an politischen Prozessen zu beteiligen, untersuchen Fabian Backes und Jonas Nickels am Beispiel von Trier-West/Pallien in ihrer Master-Thesis an der Universität Trier.

Die Entwicklung der Städte, der dortige gesellschaftliche Wandel und die kommunalpolitischen Prozesse bilden ein enges Geflecht von Zusammenhängen. Daraus ergibt sich heute vor allem eine gegenseitige Beeinflussung aktueller Probleme und
Herausforderungen. Prominente Beispiele sind der Zustand kommunaler Haushalte, die soziale Polarisierung und eine niedrige politische Partizipation, die unter anderem zu einem Legitimationsproblem führen. In dieser Situation verlieren traditionelle Lösungsansätze an Bedeutung.
Die deliberative Demokratietheorie und der Kommunitarismus fordern die stärkere Einbeziehung der Bürger, ihr Empowerment und die Nutzung ihrer ungenutzten Ressourcen. Dies stellt angesichts der aktueller Probleme und Herausforderungen einen alternativen Weg dar. Es existieren bereits Programme, die dies zu berücksichtigen versuchen, doch Evaluationen zeigen, dass die Erfolge gering sind.
Unter den Stadtteilen Triers, die westlich der Mosel liegen, stellt Trier-West/Pallien den Stadtteil dar, der am deutlichsten die Auswirkungen sozialer Polarisierung zeigt. Betroffen ist hierbei in erster Linie der Stadtbezirk Trier-West. Dies lässt sich sowohl anhand verschiedener Datensätze sowie des Wahlverhaltens der Bewohner nachweisen. Gleichzeitig ist Trier-West/Pallien auch der Stadtteil, der im städtischen Problemdiskurs bezüglich der politischen Partizipation der Bewohner am schlechtesten bewertet wird. Hier wird auch die größte Notwendigkeit für ein Empowerment der Menschen gesehen.
Konkrete Ansätze müssen in weiteren Forschungen passend zu der festgestellten Problematik, den örtlichen Ressourcen und weiteren Gegebenheiten gestaltet werden. Diese können aus einem Anreizsystem zur Steigerung der Motivation, einer Strukturerneuerung der lokalen Politik und Verwaltung, der Dezentralisierung sowie Veränderungen in der Bildung und der sozialen Arbeit bestehen.

Download der Studie: https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb3/POL/Mitarbeiter/Lorig__Wolfgang/TSKR/TSKR_Bd9_Empowerment_und_B%C3%BCrgerbeteiligung_als_Mittel_gegen_soziale_Polarisierung.pdf

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