Bürgermeister beklagt Wandel der Diskussionskultur

Eine „abnormale Normalität“ bei der öffentlichen Auseinandersetzung konstatiert Kornelius Bamberger, Bürgermeister von Bönnigheim (Baden-Württemberg) und erteilt der Bürgerbeteiligung per Facebook eine Absage.

„Das fast schon grenzenlose Verfolgen der eigenen Interessen greift immer weiter um sich.“ Und bei diesem Interessenaustausch in den Entscheidungsfindungsprozessen vergessen nach seiner Einschätzung immer mehr Menschen ihre gute Kinderstube. (…)
(Bamberger beobachtet die) „negativen Entwicklungen in unserer Gesellschaft“, in der der zwischenmenschliche Umgang auch und gerade gegenüber öffentlichen Institutionen zu wünschen übrig lasse. Bamberger beklagt einen Wandel in der Diskussionskultur, sieht in dem Zusammenhang auch die sozialen Medien mehr als kritisch. „Es wird zunehmend weniger auf Augenhöhe diskutiert, werden weniger Fakten ausgetauscht. Ein Diskurs, an dessen Ende ein Ergebnis steht, ein Kompromiss, der für alle Beteiligten nachvollziehbar ist.“ Stattdessen würden oft Argumente des Gegenübers erst gar nicht angehört und eine Diskussion gleite schnell ins Persönliche ab. (…)
(Er) glaubt auch nicht, dass eine Verwaltung beispielsweise über Facebook in einen Dauerdialog mit der Bürgerschaft treten müsse. „Mal abgesehen vom notwendigen personellen Aufwand denke ich, dass wir da nichts versäumt haben. Bei uns trifft man sich, wenn wichtige Dinge besprochen werden müssen. Und wer im Rathaus anruft oder eine E-Mail schreibt, der bekommt auch eine anständige Antwort.“

Quelle: http://www.swp.de/bietigheim/lokales/boennigheim/wer-anruft-oder-schreibt_-bekommt-eine-anstaendige-antwort_-15481622.html

drucken